Digitale Souveränität: Weniger USA, mehr Europa + Open-Source
Erfahrungen, Stolpersteine und Erkenntnisse – für alle, die auch diesen Weg gehen möchten.

„Digitale Souveränität ist keine IT-Frage. Es ist eine unternehmerische Entscheidung - und eine politische Haltung."

Warum digitale Souveränität?

Die meisten kleinen Unternehmen haben ihre digitale Infrastruktur über Jahre aufgebaut – und dabei fast unweigerlich auf US-amerikanische Firmen gesetzt. Microsoft, Google, Zoom: Das war lange selbstverständlich.

Heute fragen sich viele Unternehmer:innen: Was bedeutet der US CLOUD Act für meine Daten? Wer hat tatsächlich Zugriff auf meine Dokumente? Und wohin fließt das Geld, das ich monatlich für Software ausgebe?

Auch ich habe mir diese Fragen gestellt – und mich auf den Weg gemacht, mein Unternehmen möglichst weit auf europäische Software oder Open-Source-Programme umgestellt. Nicht als IT-Expertin, sondern als Unternehmerin. Mit Überzeugung und auch mit Umwegen, mit gescheiterten Versuchen und unerwarteten Stolpersteinen hin zu einer Lösung, die gut für mich passt.

„Wir zahlten monatlich für Software, der wir nicht (mehr) vertrauen können. Das wollte ich ändern.“

 

Warum ich nicht mehr mitmachen wollte

Ich beobachte seit Jahren, wie die großen Tech-Unternehmen in den USA größer und mächtiger werden. Erst überwog die Bewunderung – dann stieg mein Unbehagen. Irgendwann war es kein Hintergrundrauschen mehr, sondern das bohrende Gefühl: Hier läuft etwas schief.

Der konkrete Moment kam, als Microsoft das E-Mail-Konto des Chefanklägers des Internationalen Strafgerichtshofs sperrte – weil Trump ihn mit Sanktionen belegt hatte. Microsoft habe in diesem Fall, so die Open Source Business Alliance, aufgrund der politischen und rechtlichen Lage in den USA gar nicht anders handeln können, der US-Präsident könne per Dekret "jede Organisation, die von US-Technologie abhängig ist, digital abschalten".

In mir kam Ärger hoch. Und Wut. Und eine sehr klare Entscheidung: Ich möchte diese Art des Vorgehens nicht länger unterstützen – nicht mit meinen Daten, und nicht mit meinem Geld.

„Digitale Souveränität ist eine Haltung, die man einnimmt – und ein Prozess, der nie ganz abgeschlossen ist."

Wie es begann. Und was ich bisher realisierte.

Inspiriert wurde ich durch den Digital Independence Day und hier besonders von Sascha Pallenberg und seinem Podcast Metacheles, in dem er seinen Weg aus dem Microsoft-Kosmos schilderte. Plötzlich hatte ich eine Aussicht, eine Handlungsoption und einen Wunsch: Ich möchte es auch probieren!

Meine Ausgangssituation: Ich habe seit mehr als 20 Jahren ein kleines Unternehmen, jede Menge Daten, da ich gerne horte :). Derzeit 2 externe Mitarbeiterinnen. Die Prozesse sind seit vielen Jahren weitestgehend digital, hatte in der Coronazeit einiges auf Cloud-Lösungen umgestellt, hauptsächlich auf US-Software. Ich bin häufig unterwegs, erledige etliches über das Smartphone. Daher will ich möglichst cloud- und appbasierte Lösungen, die open source sind und/oder nicht aus den USA stammen.

Mein Fazit: Es war schwieriger und zeitaufwendiger, als ich gedacht hatte, weil der Teufel dann eben doch immer im Detail steckt. Gleichzeitig eine spannende Reise, bei der ich viel gelernt habe. Und mit meinen aktuellen Lösungen - auch wenn noch nicht alles perfekt ist und noch weiteres umgestellt werden muss - bin ich schon sehr zufrieden.

Hier mal ein paar Beispiele, welche Software ich gewählt habe. Sieht erst einmal unspektakulär aus und einfach, oder? Wenn man weiß, was passt, ist es das auch. Das musste ich für mich aber erst einmal herausfinden. Die einzelnen Schritte und Erfahrungen erläutere ich gerne im Vortrag oder Workshop, falls das für euch interessant ist.
 

ThemaMeine Lösung
Daten (Cloud, Mails)Aufräumen und sortieren – Grundlage für alles andere
BetriebssystemLinux (Ubuntu)
CloudManaged Nextcloud über hosting.de
KalenderNextcloud + OneCalendar App
Office-ProgrammeONLYOFFICE
TerminbuchungMeetergo
Mail – LaptopNextcloud + mailbox.org
Mail – Smartphonemailbox.org
Browser & SucheFirefox + Ecosia (Laptop) · Fennec + Ecosia (Smartphone)
TabellenSeaTable
Automationn8n + SeaTable

Wie gesagt: eine echte Reise. Mit einem für mich sehr befriedigenden Ergebnis. Es bleibt spannend, denn weitere Programme wollen ersetzt, neue Software erprobt werden. : )

Gerne möchte ich euch alle ermutigen, auch diesen Weg zu gehen. Digital independence!
 

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Meine Erfahrungen möchte ich teilen - und möglichst viele Menschen anregen, auch diesen Weg zu gehen

Ich bin mir dessen bewusst, dass ich nicht den kompletten Ausstieg aus der US-amerikanischen Software schaffe. Und dass ich damit auch ganz sicher nicht die Welt rette. Dass es den Tech-Giganten ziemlich egal ist, ob ich bei ihnen Kundin bin.

Aber mir, mir ist es eben nicht egal. Ich möchte mich dagegen wehren in der Form, die mir eben möglich ist und die mir ein ganz klein wenig das Gefühl gibt von Selbstwirksamkeit und Freiheit. 

Im Austausch zu dem Thema habe ich festgestellt, dass es immer mehr Selbstständigen und Unternehmer:innen ähnlich geht. Dass sie eine größere digitale Souveränität erlangen und vor allem: weg von US-amerikanischer Software kommen und Unternehmen und Angebote aus dem europäischen Raum stärken möchten. 

Deshalb will ich meine Erfahrungen teilen. Nicht weil ich schon alles weiß. Aber weil ich die ersten Schritte gemacht habe und die Erkenntnisse daraus weitergeben möchte. 

Ich biete dies in Form eines Vortrags und/oder Workshops an. Sie zeigen den Weg aus unternehmerischer Perspektive. Hands on und mit ganz konkreten Beispielen zu Stolpersteinen und Alternativen. Ergänzt um eine Checkliste, mit der die Teilnehmenden ihre eigene Softwarelandschaft strukturiert erfassen, analysieren und idealerweise auch peu à peu umstellen können.
 

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„Das Gefühl, die eigene digitale Infrastruktur selbst gestalten zu können, tut ausgesprochen gut!“

 

Der Vortrag

Digitale Souveränität – ein Erfahrungsbericht

Warum eine Unternehmerin begann, ihre digitale Infrastruktur zu hinterfragen. Und was andere daraus mitnehmen können.

Microsoft sperrte das E-Mail-Konto des Chefanklägers des Internationalen Strafgerichtshofs – auf Anweisung der US-Regierung. Die Open Source Business Alliance brachte es auf den Punkt: Ein US-Präsident kann per Dekret jede Organisation, die von US-Technologie abhängig ist, digital abschalten.

Das ist kein Randthema. Das ist die Realität, in der kleine Unternehmen heute ihre digitale Infrastruktur betreiben.

Karin Uphoff hat daraus Konsequenzen gezogen – als Unternehmerin, nicht als IT-Expertin. Sie berichtet, was sie bewogen hat, ihre Softwarelandschaft grundlegend zu überdenken, welche Entscheidungen sie getroffen hat, welche Umwege dazugehörten und welche europäischen Alternativen und Open-Source-Programme ihrer Erfahrung nach hilfreich sind. Mit der Überzeugung, dass digitale Souveränität eine unternehmerische Entscheidung ist – und eine politische Haltung.

Format: Vortrag mit Diskussion | 30–45 Minuten

Zielgruppe: Selbstständige, Inhaber:innen kleiner Unternehmen, Freiberufler:innen

Zum Beispiel für IHK, Wirtschaftsförderung, Unternehmer:innennetzwerke, eigene Veranstaltungen
 

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Der Workshop

Wo stehe ich? – Meine Softwarelandschaft im Überblick

Ein halbtägiges Arbeitsformat für (kleine) Unternehmen, Selbstständige und Freiberufler:innen

Wer heute Microsoft, Google oder Instagram nutzt, trifft damit auch eine wirtschaftliche und politische Entscheidung – oft ohne es bewusst zu tun. Monatliche Lizenzkosten und Werbeetats fließen in US-amerikanische Konzerne. Kundendaten liegen auf Servern, die dem US CLOUD Act unterliegen. Und spätestens, seit ein US-Präsident per Dekret Organisationen digital abschalten kann, die von US-Technologie abhängig sind, ist klar: Digitale Souveränität ist keine IT-Frage. Sie ist eine Frage der (unternehmerischen) Haltung.

Dieser Workshop möchte dazu anregen, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen und einen ersten Schritt Richtung Software-Wechsel zu gehen. Die Teilnehmenden bringen ihren Laptop und ihre Unterlagen mit. Gemeinsam analysieren wir, welche Software genutzt wird und welche Abhängigkeiten dabei entstanden sind. Wir schauen uns europäische und Open-Source-Alternativen an – was funktioniert, was nicht, wo die Stolpersteine liegen. Und wir legen fest, welche ersten Schritte realistisch und umsetzbar sind.

Mitbringen: Laptop oder Smartphone (wichtig), Übersicht der genutzten Software (optional)

Format: Halbtagesworkshop | ca. 4 Stunden | 10 - 20 Teilnehmende 

Zielgruppe: Selbstständige, Freiberuflich Tätige und kleine Unternehmen

Weiterführung: individuelle Begleitung auf Wunsch möglich
 

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Die Checkliste

Software-Check: ein Schritt in Richtung digitale Unabhängigkeit

Als Einstieg in das Thema kann diese interaktive Checkliste dienen. Sie hilft dabei, die eigene Softwarelandschaft zu erfassen, Abhängigkeiten zu erkennen – und erste Prioritäten zu setzen.

So gehts:
Laptop bereithalten, 10 Minuten Zeit nehmen und...
 

... HIER einfach loslegen! »