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der Blog zu Kommunikation, Führung und Selbstführung.

Zeit schenken, nicht Zeit sparen!

„Zeit ist Geld“, so hören, lesen wir es immer wieder. Unsere Schlussfolgerung ist dann zumindest konsequent: Wer Zeit spart, hat mehr davon. Eine Illusion, die nicht wahrer wird, je öfter man sie hört, liest oder versucht, auf Zeitmanagement-Seminaren in den Griff zu bekommen.

Wenn es um Zeit, Zeitgewinn oder sinnvolle Zeit geht, dann funktioniert eines nicht: Zeitmanagement. Zeit können wir nur schenken, nicht sparen.

Anders als bei Geld lässt sich Zeit nicht anlegen oder sparen wie auf einer Bank.

Wenn wir versuchen,  Zeit zu sparen, führt das meist dazu, dass die Zeit eher knapper wird. Denn die Paradoxie in diesem Fall ist es, dass wir Zeit gewinnen, je mehr Zeit wir "verschwenden".

Besonders gut zu beobachten ist dies im Praxisalltag bei Führungskräften, wenn es um das Thema Konflikte und Konfliktlösung geht. Die Antwort lautet hier ganz häufig: „Das kostet mich so viel Zeit, da kann ich  mich gerade nicht drum kümmern!“ Meist wird erst, wenn es nicht mehr anders geht, Zeit in Konflikte und deren Lösung investiert, mit der Konsequenz, dass jetzt der Zeitaufwand am größten ist.

 

Also: Nicht Zeit gespart, sondern Zeit verknappt.

Wie wir mit Zeit umgehen, ist eine Konsequenz unserer (meist unbewussten) Denk- und Entscheidungsmechanismen. Hier drei Gedanken dazu, um uns aus dem "Zeitstress" zu holen:

  • Wir werden immer etwas verpassen, egal wie gut wir unsere Zeit planen. Darum den Blickwinkel ändern - weg von dem, was wir gerade nicht machen (können), hin zu dem, bei dem wir gerade sind.
  • Schöne Momente kommen oft ungeplant, aber sie kommen immer wieder … . Und wenn wir einen versäumen: Dann freuen wir uns auf den nächsten. Augen aufmachen!
  • Sich immer weiter zu optimieren führt nicht zu mehr Zeit, sondern zu mehr Stress. Nicht Zeitmanagement, sondern Momente der Muße fördern die Lebensqualität.

Zeit wird dann zu einem besonderen Erlebnis, wenn Beziehung und Begegnung möglich sind. Begegnung mit anderen Menschen, der Natur, der Musik ... . Resonanz-Phänomen nennt das die Wissenschaft. Zeit dehnt sich dann nicht nur aus, sondern bekommt auch Tiefe.

Gönne dir also kleine Zeitfenster, in denen Begegnung mit dir selbst (und mit anderen Menschen) möglich ist.

 

  • Vielleicht schaffst du dir einen besonderen ORT dafür? Die Kaffee-Ecke, die Küche, ein Stehtisch, eine Bank im Freien...
  • Am besten gibst du diesem Platz einen Namen, der verlockend klingt, wie zum Beispiel „die Zeit-Oase“ oder „der Frei-Raum“.
  • Und um zusätzlich das Unbewusste anzusprechen, lohnt es sich, den Raum so attraktiv, gemütlich und individuell wie möglich zu gestalten.

Das allerbeste dabei ist: (Innere) Konflikte lösen sich bisweilen schon bei einer gemütlichen Tasse Kaffee ... :D